Thomas Schlag: Post-digitale Zeiten, KI und die Frage nach dem Menschlichen
Shownotes
Seit Jahren beschäftigt sich der Zürcher Prof. für Praktische Theologie, Thomas Schlag, mit den Herausforderungen des digitalen Wandels. Als Direktor des Sonderforschungsbereichs «»Digital Religions» an der Universität Zürich beobachtet er die technischen und medialen Entwicklungen unserer Zeit.
Dass sich selbst der Papst der römisch-katholischen Kirche, Leo XIV., in seiner ersten Enzyklika ausführlich zu den Herausforderungen der künstlichen Intelligenz für unsere Zeit äussert, nehmen Andi Loos und Thorsten Dietz zum Anlassen, sich im Podcast Geist.Zeit ausführlich mit Thomas Schlag zu diesen Fragen zu unterhalten.
Thomas Schlag spricht inzwischen von einer post-digitalen Situation. Post- nicht in dem Sinne, dass die Bedeutung dieser Entwicklungen schon wieder nachlässt; im Gegenteil. Digitale Welten sind inzwischen so selbstverständlich, dass sie keine Sonderwelt mehr sind, sondern etwas, was sich auf alle Lebensbereiche auswirkt, auch auf Kirche und Religion. Digitale Selbstverständlichkeiten verändern unsere Kommunikationsgewohnheiten. Sie stellen auch klassische Hierarchien und Expertisen in Frage.
Die neuen Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz fordern uns seit einigen Jahren zusätzlich heraus. Die Enzyklika des Papstes «Magnifica Humanitas» ist ein guter Einstieg in das Thema. Durchaus beeindruckt stellt Thomas Schlag fest: Der Papst ist mit diesem Text (der mit viel Expertise im Hintergrund verfasst wurde) auf der Höhe der heutigen Entwicklungen. Er stellt wichtige Fragen, die für uns wesentlich sind.
Wer sind wir Menschen angesichts der rasanten Entwicklungen? Müssen wir der Möglichkeit ins Auge sehen, dass sehr viele von uns ersetzbar sind oder gemacht werden? Es ist eindrücklich, wie der Papst unter dem Titel der grossartigen Menschheit unsere Verletzlichkeit betont. Das ist nicht unsere Schwäche – sondern unsere Stärke. Nur angesichts unserer Grenzen entwickeln wir die Fähigkeit zu Solidarität, zu Fürsorge und Mitgefühl. Es ist mehr denn je entscheidend, diese Merkmale nicht verdrängen zu wollen.
Überzeugend findet Schlag auch die päpstliche Kritik an den Machtverhältnissen, die im Hintergrund besteht. Das Stichwort der «Entwaffnung» der Künstlichen Intelligenz ist notwendig, vor allem wenn man bedenkt, wie stark technischen Entwicklungen heute auch mit der militärischen Aufrüstung unserer Zeit verbunden sind.
Weiterführende Links:
Zum Forschungsbereich «Digital Religions» geht es hier.
Hier findet sich die Enzyklika «Magnifica Humanitas» von Papst Leo XIV
KI und Digitalität ist auf bei RefLab eine eigene Themenwelt.
Dort findest Du zwei aktuelle Podcastfolgen zum Thema:
«Himmel und Erdung»: Johanna di Blasi spricht mit Thomas Schlag und Sina Horner über neuste Forschungsergebnisse zur Nutzung von KI bei persönlichen Lebensfragen: Wenn der Algorithmus zum Seelsorger wird – Studie von «Digital Religion(s)»
Und auch Manuel Schmid und Stefan Jütte sprechen in ihrem Podcast «Ausgeglaubt» über die Enzyklika des Papstes: Papst Leo, die KI und wir
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Transkript anzeigen
00:00:05: Geistzeit, der theologische Podcast für geistreiche Gedanken
00:00:08: und eine Theologie die nicht aus der Zeit gefallen ist.
00:00:17: Herzlich willkommen zu unserer neusten Folge Geist-Zeit!
00:00:21: Es ist Hochsommer es ist heiß das Thema Auch.
00:00:25: vielleicht ist es aber auch ein kaltes Thema und weiß das gar nicht so richtig.
00:00:28: Jedenfalls Andi ist da, herzlich willkommen!
00:00:31: Ja und Andi hat sich die neue Enzyklika des Papstes reingezogen und fühlt sich mehr oder weniger gut vorbereitet.
00:00:38: Aber das Thema ist so interessant ich dachte da will ich nicht fehlen.
00:00:42: Absolut wir haben uns da ganz schön fit gemacht weil wir haben einen Gast Wir haben ein Gast, der das selbst mal eingebracht hat.
00:00:49: Wer das nicht ins spannendes Thema Thomas Schlag ist in the House?
00:00:53: Herzlich willkommen Thomas!
00:00:54: Vielen Dank für die Einladung.
00:00:56: Freu mich ja.
00:00:56: Nee wir freuen uns auch weil.
00:00:58: also das ist natürlich super legitim einfach mal zu fragen ist es nicht ein Thema?
00:01:03: können man da nicht drüber reden?
00:01:04: dass er wie wir sind hier nicht der Vatikan wo wir immer nur alles erfinden und Leute bestellen Das ist finde ich ein sehr schönes Beispiel.
00:01:12: damit haben wir das Thema ja im Grunde auch genannt.
00:01:15: KI ist in aller Munde ein großes, spannendes, wichtiges Thema für uns alle so sehr dass selbst der Babs sich da hinsetzen muss und verschreibt was dann viel Beachtung findet.
00:01:27: Und wirklich ein kultureller und auch theologischer Moment ist wo es mal lohnt grundsätzlich darüber zu reden.
00:01:33: das werden wir heute machen.
00:01:35: bisschen was noch zu dir Thomas.
00:01:37: du bist praktischer Theologe Du arbeitest hier in Zürich in der praktischen Theologie.
00:01:44: Zürich hat den Luxus, wir haben ja für jeden Sonderbereich jemanden.
00:01:49: Wir haben für Seelsorge und es gibt Kirchenentwicklungen, es gibt Homilätik und wie das alles ist, Spiritualität.
00:01:56: Und du bist neben Religionspädagogik vor allem aber auch hier bekannt als der große Beobachter aller Entwicklungen im Bereich digitaler Religion, digitaler Kirche, digitala Theologie bis also wirklich so einer Fachleute im deutschsprachigen Raum auf jeden Fall, aber auch international.
00:02:18: Der beobachtet was passiert mit uns?
00:02:21: Wir haben heute Morgen schon so ein bisschen gespottet.
00:02:23: irgendwann wird die Nachwelt dich loben und sagen du warst immer fast auf der Höhe der Zeit.
00:02:29: Weil zu schnell geht.
00:02:33: Und wenn man älteres von dir liest ist es immer so eine bisschen Zeitreise die Welt vor KI.
00:02:39: wir freuen uns ganz besonders dass du da bist.
00:02:42: eine Vorstellung, wenn mein Gäste vorstellt also im Grunde machen was ja auch schon länger.
00:02:48: bei dir können wir es ganz ganz offen einräumen.
00:02:51: Man fragt halt die kleinen künstlich intelligenten Helferleins wer kommt denn da?
00:02:56: und ich habe einfach mal gefragt Thomas Schlag ist in der Haus.
00:03:01: wofür is der als Theologe bekannt.
00:03:04: Was sind seine Impulse, was zeichnet ihn aus?
00:03:07: Was ist so das Besondere seiner Forschungssetigkeit?
00:03:10: Das gleichen wir jetzt mal ab.
00:03:11: Da bin ich sehr gespannt.
00:03:14: Erstens, welche KI du verwendet hast und was rausgekommen ist.
00:03:17: Ja wir haben ChatGPT verwendete.
00:03:20: Wir haben bald auch einen RevBot aber wir müssen selbst noch hier klarkommen was da alles geht.
00:03:26: jeder kriegt aus.
00:03:27: Erster Punkt!
00:03:28: Du bist bekannt dafür dass du die Institutionalisierung von Digital Religion Verkörpers-und Vorantreibs und das als ein internationales und auch interdisziplinäres Forschungsfeld Stimmt.
00:03:42: das und was heißt das?
00:03:43: Da
00:03:43: ist ja praktisch alles drin.
00:03:44: Und insofern ist es glaube ich korrekt, also tatsächlich wenn man an dieses Forschungsprogramm Digital Religions denkt dann ist es international, es ist interdisziplinär mit einer ganzen Reihe von unterschiedlichen Fakultäten, Kollegen anderer Disziplinen.
00:04:01: Von daher, was du vorher gesagt hast.
00:04:02: Ja so dieser Beobachterstatus wir analysieren natürlich, wir interpretieren aber wir institutionalisieren jetzt natürlich durch diesen Forschungsschwerpunkt auch oder haben institutionalisiert.
00:04:13: Leute sind immer erschrocken wenn sie fragen wie lange geht denn so ein Forschungsprogramm?
00:04:19: und ich sage dann Wir haben zwei tausendeinundzwanzig angefangen und das Programm geht bis zweitausenddreißig Dann gucken die einen an und sagen weil das sehr, sehr unüblich ist.
00:04:29: Für die Theologie sowieso so ein großes Forschungsprogramm irgendwie gefördert zu bekommen.
00:04:34: Die Uni war da sehr generös und das ist für uns natürlich sensationell, weil wir uns jetzt auch quasi an die Entwicklungen immer wieder anschließen können und Zeiträume haben in denen wir uns selber weiterentwickeln können in dieser Institutionalisierung.
00:04:49: Torsten, es ist okay wenn ich gerade noch damit die Flughöhe nicht so hoch ist zum Einstieg?
00:04:55: Also weil ich habe auch nochmal mich gefragt, sind mir die Begriffe klar.
00:05:00: Du sprichst oft eben von digital religiöser Praxis, Digital Theology, digitale Theologie.
00:05:06: Wenn ich dich fragen würde aus Sicht eines Line was erforscht ihr da nochmal genau und vielleicht auch?
00:05:13: Und warum ist ein interdisziplinärer Zugang so wichtig?
00:05:18: Ganz elementar.
00:05:19: also ich würde sagen der Begriff ist ein bisschen miszuständig weil Religion selber digitalisiert sich als erstmalig und Theologie digitalisiert nicht in der Form sondern es geht Darum, wie sich religiöse Praxis unter digitalen Bedingungen darstellt und wie sie sich verändert oder verändert hat in den letzten, man muss bald sagen über zwanzig Jahren.
00:05:41: Also das Forschungsfeld ist eigentlich sogar schon relativ alt.
00:05:44: also von daher geht es erst mal so darum zu gucken was in dieser Wien nennen dann immer dass die Kultur der Digitalität etwas für Ausrückung hat auf religiöser Praxis?
00:05:52: Und wenn du fragst warum?
00:05:54: aus verschiedenen Disziplinen?
00:05:56: weil es sozusagen die Scheinwerfer, verschiedene Scheinwärfer nimmt und guckt was passiert da soziologisch?
00:06:03: Was passiert da religionswissenschaftlich gesprochen.
00:06:06: Was passiert theologisch, was passiert juristisch?
00:06:09: also von daher ist zu sagen in diesem ganzen Feld sind so viele verschiedene Bezugspunkte das es enorm hilfreich ist und spannend ist diese Scheinwarfe alle mit anzuschalten was wir jetzt können.
00:06:20: unserem Forschungsprogramm
00:06:22: Ja, du bist also an der Kunde der Beleuchtungen und Perspektiven und Zugänge vernetzt mit all denen.
00:06:30: Jetzt hast du darin aber natürlich auch eine eigene, sagen wir mal, theologische Perspektive, wie G.P.T.
00:06:35: sagt?
00:06:36: Du bist bekannt für die Deutung religiöser Praxis in einer postdigitalen Kultur – das müssen wir glaube ich von hinten aufrollen!
00:06:45: Post-Digital, da werden viele sagen Moment mal das gibt es doch alles noch.
00:06:49: Aber da meinst du was Spezialismus?
00:06:51: Was ist die postdigitale Kultur in der Welt?
00:06:53: Der Begriff ist tatsächlich ein bisschen missverständlich.
00:06:55: Man könnte denken wir sind schon wieder hinterm Digitalen und das ist nicht gemeint sondern es meint eigentlich dass das Digitale zu einer Selbstverständlichkeit geworden ist.
00:07:04: also Wir befinden uns.
00:07:05: man hat eigentlich den Begriff von der Post Migrantischen Gesellschaft erdachten.
00:07:08: ja auch Ja was ist jetzt?
00:07:09: sind die Migranten alle wieder weg?
00:07:11: Sind sie nicht?
00:07:11: Sondern Es ist sozusagen eine Form in der sich Kultur oder Gesellschaft oder so an diese äußeren Bedingungen sozusagen adaptiert, oder sagt wir das ist jetzt selbstverständlich.
00:07:22: Das ist jetzt kein Diskussionspunkt mehr ob wir oder ob wir nicht in diesen Verhältnissen sind und das meint dieses Post-Digitale.
00:07:28: Und es gibt wunderbar einen Begriff eines Oxforder Kollegen der spricht von OnLive also sagen ich online sondern onLive mein twenty four seven.
00:07:38: Es ist sozusagen unsere Alltagswelt unserer Alltagspraxis Und insofern ist meint das eigentlich dieses Post-Digitale.
00:07:46: So
00:07:46: diese Selbstverständlichkeit, die sich zeigt dass wenn ich mit der Generation meiner Kinder spreche also ständig wenn wir uns über Dinge unterhalten, die sind ständig dabei prüfen.
00:07:57: Die Fakten haben das ratzfatz korrigieren verbessern.
00:08:01: Das ist so selbstverständlich geworden dass ich echt denke meine Güte also dafür mussten dir aber auch in das hineingeboren werden damit er selbst verständlich ist.
00:08:11: an solchen winzigen Phänomen wird man diese Selbstverständlichkeit ja direkt intuitiv spüren können.
00:08:17: Aber auch für unsere Generation als es sich glaube ich jetzt nicht nur jenseit oder wie immer sie jetzt genannt wird sondern Wir selber sind.
00:08:24: ja, es gibt ja wunderbare Filme in denen oder auch Romane.
00:08:29: In denen der Plot darin besteht dass der Akteur der Protagonist sein Smartphone verliert Ein wunderbarer, kleinen Roman gelesen.
00:08:40: Und der ist komplett lost!
00:08:42: Der findet nichts mehr und hat keine Kontakte mehr.
00:08:45: Er kennt natürlich auch die Telefonnummer seiner Frau und seiner Tochter nicht.
00:08:49: Insofern sind wir selber mitten in diesen Selbstverständlichkeiten, die man dann merkt wenn auf einmal das Strom ausfällt?
00:08:56: Wenn sich das Smartphone verabschiedet oder was auch immer... Und der Witzhiner sagt, das beeinflusst unsere alltäglichen Praktiken der Kommunikation auch der Verbindung zueinander und manchmal ohne dass wir es merken.
00:09:12: Also ich glaube die rein analoge Welt ist seitens... aber auch wenn man heute in den Wald geht und sich drei Tage verabschiedet lässt man sich auch tracken.
00:09:20: keiner traut sich mehr sich so ganz abzuschalten.
00:09:24: Ja, und mit eurer Arbeit ist offensichtlich die These verbunden.
00:09:28: Das is nicht nur ein Kanal mehr!
00:09:31: Das es nicht nur wie man sagen kann Theologie gibt's in Büchern und in Zeitschriften und im Fernseh Gottesdienst und im Radio und jetzt auch im Internet.
00:09:41: Nee, es ist passiert mehr.
00:09:42: Es ist nicht nur ein weiterer Kanal.
00:09:45: Da kann man jetzt den ganzen Tag drüber reden.
00:09:47: aber hättest du vielleicht eine kleine Andeutung?
00:09:50: Was meint dieses Meer also?
00:09:51: was verändert sich an der Religion dadurch dass da Nicht nur ein neuer Kanal entstanden ist sondern eine neue Art und Weise im Leben online Und offline auf einmal vor einer Welt zu stehen wo die Dinge verschmelzen und gar nicht mehr zu trennen sind?
00:10:08: was macht das mit der religion?
00:10:10: Ich gebe mal ein Beispiel jetzt gerade von der Tagung, die gerade stattfindet.
00:10:13: Mich sprach jetzt der neue EKD-Digitalisierungsbeauftragte an, der auch da ist und er sagte sie sind gerade in der Entwicklung eines Chatbots für Liturgie.
00:10:27: Und ob er meine Expertise dafür nutzen könnte um zu sehen wie das alles gebaut ist und so weiter.
00:10:32: Und ich selber aus meiner Beruflichen Hintergrund auch selber im Veramt gewesen sein.
00:10:38: Ich habe das jetzt noch nicht gesehen in den Chatbot, aber der kommt dann wahrscheinlich irgendwann in diesen Piloten oder so.
00:10:47: Also wenn ich mich noch erinnere und ihr vielleicht auch die Liturgie ist ja ein kreativer Akt Paxpastoraler Praxis.
00:10:55: Und wie Ermis beschrieben hat, ist es dann so dass Dinges Alte wird gespeist mit allen möglichen Agenden also so.
00:11:01: Das heißt da gibt es dann die festen Formulare, die gehen ein.
00:11:04: Da gibt es sowas Liedvorschläge was immer die machen.
00:11:06: Und ich dachte dann so, ist das jetzt transformativ oder disruptiv?
00:11:10: Oder evolutiv.
00:11:11: Was ist es jetzt eigentlich wenn du diesen kreativen Akt liturgischer Praxis und Entwicklung und Herzblut und irgendwie auch ein bisschen Offenbarung die ja eine Rolle spielen soll für bitten Wenn du das in einem festen Archiv dir zusammenbauen lassen kannst?
00:11:30: Das ist für mich ein ganz aktuelles Beispiel dieses Transformationsprozesses.
00:11:34: Also, who is the agent?
00:11:35: Wer ist der Agent oder wer hat an dieser Stelle sozusagen welche Rolle auch zukünftig noch in so einer sehr klassischen, mit dem Amt verbundenen, mit den Traditionen verbundenenen Rolle des Veramtes wenn wir auf einmal hier den Liturgie-Chatbot haben?
00:11:53: Big question!
00:11:56: Ja, wir sind gespannt und mittendrin.
00:11:58: Der dritte Punkt, den man über dich erfährt ist du bist stark engagiert in der empirischen Erforschung digitaler Kirchen-Religionspraxis.
00:12:07: also du steckst nicht nur in feuchten Fingerneluft und hast so ein Gefühl wie die Dinge sich entwickeln sondern du fragst nach.
00:12:12: Kannst Du an einem Beispiel uns mal zeigen was sind denn so empirische Untersuchungen die ihr durchführt?
00:12:18: Und wo Ihr Veränderungen oder Verteilungen oder Schwerpunkte erforscht?
00:12:22: Jetzt drehe ich den Spiels gleich rum weil du das selber weißt.
00:12:25: Du warst Interviewpartner in einem Projekt, da ging es um die Frage verantwortlicher sozusagen kirchlicher Leitungspraxis in digitalen Zeiten und da haben wir Interviews mit achtzehn Personen geführt aus dem Schweizer Zusammenhang zur Frage wie lassen sie sich selber auf digitale Medien ein?
00:12:41: Und welche Rolle oder welche Wahrnehmungen haben Sie von
00:12:43: KI?".
00:12:44: Da kommt dann am Ende nach jedem einstündigen Interview, kommt ein langes Transkript raus.
00:12:50: Dass wir sozusagen methodisch analysieren und schauen was sind nicht nur die Antworten sondern welche Bezüge stellen die Leute in ihren Antworten her zu verschiedenen Themen?
00:13:00: also eigene Verantwortung, welche theologischen Ressourcen spielen eine Rolle für die Einschätzung von KI usw.
00:13:07: Das ist ein sehr konkretes Projekt wo wir auf der Grundlage dieser Interviews versuchen rauszufinden, wie sich das kirchlich verantwortliche Personal zu diesen Entwicklungen verhält.
00:13:16: Und es ist hochspannend!
00:13:18: Du weißt selber noch gar nicht wo du da eingenordet bist.
00:13:21: Das
00:13:22: wird man schon erforscht, meine Güte.
00:13:29: Ja
00:13:30: genau!
00:13:30: Kleine verschmitzte Frage denn dann werdet ihr ja vielleicht auch interessiert an dem was wir erleben.
00:13:37: mit unserem Jesus-Bot-Sharing Jesus haben wir ja gestartet um Pfingsten rum auch
00:13:45: und Wir sind
00:13:46: jetzt an der Auswertung.
00:13:48: also es sind mittlerweile dreihundertfünfzig Menschen die sich daran beteiligt haben Und wir haben eben gesagt, dass wir die Chat-Verläufe tatsächlich auswerten wollen.
00:14:00: Wir wollen gucken was geschieht dort?
00:14:02: Wir haben schon eine erste kleine Auswertung vorgenommen.
00:14:05: Es sind Tausende von Kommunikationsvorgängen zwischen der KI und den Nutzerinnen.
00:14:13: Vor allen Dingen interessant ist aber auch das wir die Leute aufgefordert haben meldet euch bei uns Was macht ihr für Erfahrungen?
00:14:19: Was sind eure
00:14:20: Erkenntnisse?".
00:14:21: Und es ist mega, mega spannend.
00:14:24: Es reicht von da versuchen Leute unseren Jesus-Bot zu verführen, irgendeinen Scheiß zu machen, sag ich jetzt mal ein bisschen, Volgaire und andere sagen wirklich Ich hätte das nicht gedacht dass ich so eine tiefe Begegnung haben werde.
00:14:41: Ich finde das mega spannend.
00:14:42: Und Spiro, Madrias und ich haben schon gesagt eigentlich wäre es total interessant wenn da mal ein Bachelor oder ein Masterstudent das zum Thema einer Masterarbeit machen könnte und könnte nach bestimmten Kriterien, nach wissenschaftlichen Kriterie, dass dieses Projekt tatsächlich auch mal untersuchen und gucken was dabei herausgekommen ist?
00:15:02: Nur zu nur zu.
00:15:02: also wir sind Datensamler vor dem Herrn lassen uns da gerne auch sozusagen aufs Gespräch ein.
00:15:08: Wir haben in ähnlichen Kontakt mit Luzern auch gehabt, die haben ja den AI Jesus gehabt und haben auch diese Kommunikationsverläufe dokumentiert.
00:15:19: Das sollte zu einer Auswertung kommen ist in Luzerne aber bisher noch nicht passiert.
00:15:22: da sind wir auch so ein bisschen hinterher Aber das ist ein unglaublich reiches Material.
00:15:27: was daraus kommt.
00:15:28: Wir haben selber gerade eine Untersuchung durchgeführt an der Uni hier.
00:15:32: Ich habe es in einem anderen Podcast auch gesagt, schon unter den Bachelorstudierenden der Universität Opsi und in welcher Weise sie Chatbots für die großen Fragen des Lebens benutzen.
00:15:40: Man war total überrascht dass wir innerhalb von einer Woche auf diesen Online Survey sechshundert ausgefüllte Fragebögen bekommen haben und wir haben festgestellt dass die Studierenden, war so ein bisschen die Idee Umorientierung, neue Lebensphase und so das Dreiviertel der Studierende tatsächlich für persönliche Fragen Chatbots nutzen.
00:16:02: Bis hin... Jetzt guckt mich ruhig erstaunt an bis hin zur Frage ich habe meinen Partner verlassen.
00:16:09: soll ich weiter im Kontakt mit ihr bleiben?
00:16:12: bitte gibt mir eine Antwort.
00:16:13: also soweit sind wir an der Stelle.
00:16:15: auch schon.
00:16:16: Wir haben Kinder in dem Alter.
00:16:17: Wir wissen wahrscheinlich, warum es geht.
00:16:20: Wir sind dankbar wenn sie uns erzählen was wir den Chatbot fragen.
00:16:24: Das
00:16:26: Kuhle ist.
00:16:26: die Gespräche laufen jetzt teilweise nicht... Man muss dann schlucken dass man sagt wieso hast du mich das nicht gefragt?
00:16:34: Aber Sie fragen oft erst den Chatbott Und dann kommen sie, weißt du was der geantwortet hat?
00:16:41: Dann geht doch das Gespräch wieder zwischen uns los.
00:16:44: Das finde ich eigentlich schön!
00:16:46: Es ist eine weitere Stimme die in unserer Gespräche mit eingespielt wird.
00:16:51: und ja muss man jetzt nicht rumholen dass man nicht zuerst gefragt worden ist.
00:16:56: Um auch mal zu sagen wo ist es für die Religion interessant?
00:16:59: Man könnte die These vertritt Ich glaube bin überhaupt kein Anhänger der Säkularisierungsthese gerade jetzt was ich sehe in unserem Feld.
00:17:07: Man könnte sagen, dass sich eine bestimmte Form religiöser Kommunikation durch digitale Medien auch verstärkt.
00:17:13: All das da Dinge passieren die wir entweder so vorher nicht auf dem Schirm hatten oder Menschen haben eben durch Apps, durch Chatbots und dann die Möglichkeit ihren eigenen Glauben- oder Glaubensfragen zum Ausdruck zu bringen.
00:17:25: also insofern ist es auch ein bisschen ne Gegentease oder Gegenbeobachtung zu dieser immer wieder geäußerten Vermutung oder Fastioentesereligion verschwindet.
00:17:39: Das Gegenteil ist der Fall aus unserer Wahrnehmung jedenfalls.
00:17:43: Ja, genau bestimmte kirchliche Anbindungen... Schwinden und Religion, aber ist in individueller oder vielfältiger Gestalt sehr präsent.
00:17:53: Man kann ja nicht mal mehr nach dem Fußballspiel beten und denken das wird jetzt kein Interessieren.
00:17:58: Das geht ja dann auch Riesen-Diskussionsverhältnis.
00:18:00: Was wird das nächste?
00:18:01: Das wird das Nächste spannen wenn sozusagen Religionen durch den Gebetskreis der Fußballspiele da, wenn das auf einmal zum öffentlichen Thema wird dürfen die das was passiert hier eigentlich usw.
00:18:14: Ich hätte, bevor wir gleich noch zum Papst und zur KI kommen nochmal eine Frage.
00:18:19: Ich habe vor ein paar Jahren dich mal studiert und bei dir ist ein bisschen die These sehr einleuchtend gefunden wo du sagst in der öffentlichen Kommunikation über Religion verändert sich was früher war irgendwo.
00:18:32: es gab Autoritäten da war jemand Geologieprofessor oder Kirchenratspräsidentin oder Experte oder Sprach für diese Node und das war dann wichtig so Hinsicht immer weniger belangvoll.
00:18:46: Menschen gucken nicht mehr nach Kosten, nach Titel, nach formaler Autorität sondern religiöse Stimmen werden laut wenn sie empfunden werden als authentisch.
00:18:56: das rührt mich an dass es persönlich.
00:18:59: das ist hilfreich praktisch für mich und da kriege ich werde ich Teil einer Community ohne dass da irgendwelche klassischen autoritäten das absegnen.
00:19:09: Das fand ich interessant.
00:19:10: So und jetzt sitzen wir aber heute hier, weil wir auf einmal sehen.
00:19:14: Jetzt wird religiös wichtig.
00:19:16: eine Instanz die ist nicht authentisch.
00:19:18: Die hat keine Geschichte, die rührt mich nicht zu Tränen, die hat keine Biografie.
00:19:22: da stecken sehr große Mächte hinter.
00:19:26: was heißt das?
00:19:27: Also ist dieser Trend diese Sehnsucht nach Echtheit unauthentisch und persönlich vorbei und will man jetzt wieder das ganz Objektive oder ist das irgendwie die andere Seite der Medaille?
00:19:38: Oder wie nimmst du das wahr, dass das jetzt auf einmal so kommt.
00:19:41: Ich glaube
00:19:42: es sind wirklich unterschiedliche Facetten also das was man über Chatbots in vielen Fällen nach wie vor und das ist auch das Hauptnutzungselement sagen hat.
00:19:50: ich suche nach Informationen über was auch immer erhofft man sich von LLMMs, sozusagen eine bestimmte objektive Information zum Thema XY.
00:20:00: Ich glaube das ist so ein alltäglicher Gebrauch.
00:20:03: Das ist das eine.
00:20:05: die andere Frage und das nimmt man nicht unbedingt in dem Sinne als eine Autorität wahr um zu sagen, an der orientiere ich mich jetzt gut wir haben über die Studierenden gesprochen aber dann nutzen sie die LLMS an dieser Stelle eben nicht für Informationen sondern für eine Art von Orientierung sagen wir mal etwas größerem Sinne.
00:20:22: Und da ist natürlich die Orientierungsfunktion umso höher, dass du authentischer bestimmte Personen tatsächlich rüberkommen.
00:20:30: Also von daher ist glaube ich das nochmal ein Unterschied Information einerseits aber Authentizität geht nicht verloren.
00:20:36: Interessant ist aber auch, dass wir in verschiedenen Studien auch feststellen Die Autoritätsfrage hat sich nie einfach erledigt.
00:20:43: Man hat ja lange gedacht zu sagen, jetzt kommen die Influencer und jetzt kann da jeder in diesem digital religiösen Wimmelbild sich äußern und so schafft das seine eigenen neuen Autoritäten?
00:20:53: Nein!
00:20:53: Es ist nach wie vor so dass viele Nutzer gucken wer diese Person ist und was ist die Legitimation.
00:20:59: also auch da guckt man nochmal genauer hin weiß der wovon er spricht Hat der ein Amt, hat er eine Ausbildung und so weiter.
00:21:07: Also es gibt auch das gerade in diesem Aufgrund dieser Vielfalt von Kommunikationsangeboten dass man gut ist ja glaubwürdig und zwar auch aufgrund seiner Funktion oder seine Ausbildung nicht nur aufgrund deiner Authentizität.
00:21:22: also wenn ich da doch mal aus unserem kleinen KI Experiment was einspeisen darf dieser Übergang eher Informationen objektiv hin zum persönlichen.
00:21:33: Der hat sich jetzt in unserer ersten Auswertung gezeigt, dass die beiden top stärken unseres Jesus-Bots sind, benennen und unterscheiden.
00:21:43: Das bedeutet der Bot benennt was im Raum steht und er macht das aber präziser als die Person das eingegeben und selber beschrieben hat.
00:21:52: und das empfinden die Leute schon mal als hilfreich.
00:21:56: und dann die Unterscheid des Unterscheiden ist vielleicht die stärkste Funktion.
00:22:00: Er macht aus einem diffusen Gefühl dann eben so ein paar Kategorien.
00:22:08: bei den Personen, die es genutzt haben war eben dass sie sagen das hat mir geholfen mich selbst zu verstehen.
00:22:14: Mich selbst zu verorten und ich fand in diesem Blending zwischen das sind so objektive Einordnungen die da vorgenommen werden und dann geht das aber direkt über und wird als Als seelsorgerlich, als wohltuend, als entlasten und so weiter empfunden.
00:22:31: Ich glaube da warten ganz viele interessante Erkenntnisse auf.
00:22:35: Das ist tatsächlich so!
00:22:38: Wir diskutieren gerade... ich komme noch mal auf diese Studierendenumfrage zu sprechen.
00:22:42: Wir waren überrascht davon dass bei den Studierende wir haben auch gefragt wie glaubwürdig es so ein LLM für euch?
00:22:48: Und strahlt er Wärme aus?
00:22:51: Und in größerer Teil hat gesagt ja Aber gleichzeitig sind sie sich sehr wohl bewusst, dass es eine Maschine ist.
00:22:58: Also diese alte Aufteilung – ist das jetzt eine Maschine oder ein Mensch?
00:23:04: Ist das nicht intelligent oder intelligent?
00:23:07: Das funktioniert so nicht!
00:23:08: Es ist fließender.
00:23:09: D.h.,
00:23:10: Menschen wissen sehr genau, es ist erst mal eine Maschin, aber das hindert sie überhaupt nicht daran, sich davon eine bestimmte Orientierung zu verschaffen und die auch für irgendwie relevant zu halten für ihr Leben.
00:23:23: Ich weiß noch nicht ganz genau, wie man es gut interpretiert.
00:23:25: Aber dieses gleichzeitige Bewusstsein ist mein Gegenüber ein Algorithmus.
00:23:31: Trotzdem entwickle ich eine bestimmte Resonanz mit diesem Algorithmus.
00:23:37: Wir haben leider in unseren Forschungsprogrammen keine religionspsychologische Expertise.
00:23:45: Ich glaube, dass dieses ganze Feld überhaupt nicht verständlich ist.
00:23:48: Es gibt im ganzen Feld Digital Religions praktisch keine Religionspsychologen.
00:23:52: Eigentlich verstehen wir nichts von dem was da
00:23:54: passiert
00:23:54: so lange wir die nicht haben weil vieles es genau auf der Ebene findet dort statt und das ist insofern hoch interessant und höchstens erforschungsbedürftig.
00:24:06: Also was mir so auffällt, ist das hohe Mass an Validierung bei existenziellen Themen.
00:24:12: Die Kommunikation vermittelt den Eindruck gesehen zu werden – auch wenn es ja der reine Illusion ist!
00:24:19: Aber sie kommuniziert das so stark wie man's selbst jetzt vielleicht als Seelsorgender oder auch als Arzt oder Ärztin Oft gar nicht kann, glaubwürdig.
00:24:30: Weil man mit der Empathie manchmal gar nicht so schnell dabei ist und dieses Nicht empathisch sein zu müssen in einem wirklichen Sinne sondern aber ganz frei und kompetent empathisch zu kommunizieren.
00:24:41: Das finde ich super interessant.
00:24:43: wie das gelingt.
00:24:44: Und die Trigger werden gesetzt?
00:24:45: Ich hatte jetzt eine Erfahrung.
00:24:47: erst mit JGPT.
00:24:48: vor ein paar Tagen habe irgendeine Frage gestellt weiß gar nicht mehr was war und dann war die Antwort lasst mich einen Moment darüber nachdenken damit ich nicht nur aus meinem Gedächtnis antworte.
00:25:00: Dachte ich, okay.
00:25:02: Auch interessant!
00:25:04: Die von menschlichen... Ich könnte jetzt aus dem Gedächtnis antworten aber lass mich mal ins Archiv schauen.
00:25:11: Was für ein raffinierter Trigger ist das eigentlich?
00:25:15: Aber so funktionieren die Dinge und da kann man ja überlegen.
00:25:18: also wie welche Empathie-Momente löst dann tatsächlich ein Gegenüber aus wenn es einen so anspricht Und mit dem du ja sowieso?
00:25:26: und wie geht's dir heute?
00:25:27: und was dann alles kommt?
00:25:29: Da reagieren die Tech-Unternehmen natürlich auf menschliche Bedürfnisse gelingender Kommunikation.
00:25:35: Und wie du sagst, da sind die Mediziner vielleicht aus Zeitgründen auch aus Professionsgründen die Seelsorge weil sie zum Teil gar keinen Kontakt mehr haben.
00:25:43: Da laufen die sozusagen irgendwo... Woanders.
00:25:47: Und man traut sich Dinge zu fragen, die einen Menschen zu fragen...
00:25:51: Das kommt noch dazu?
00:25:53: Ja das kommt noch
00:25:54: dazwischen!
00:25:55: Die Anonymität ist natürlich an der Stelle ein Riesending und die permanente Verfügbarkeit und im Zweifelsfalle wirst du sozusagen auch positiv resoniert.
00:26:03: D.h.,
00:26:04: du musst nicht damit rechnen dass dein Partner sagt hör auf ich kann es nicht mehr hören.
00:26:09: Das sagt bisher das Modell so noch nicht.
00:26:13: Ich muss mich ein bisschen anschneiden, weil ich hätte jetzt konkrete Beispiele aus unserer eigenen Erfahrung zu machen.
00:26:22: Aber das noch!
00:26:23: Die Gespräche fangen manchmal ... Weil wir es bewusst gesagt haben Es ist ein Experiment und der Bot so auch gestrickt ist dass er deutlich macht Natürlich bin nicht Jesus aber ich bin eine von Jesus inspirierte Stimme.
00:26:36: Ganz viele Gespräche Fangen dann erst mal sachlich objektiv an Aber der Gesprächsverlauf kippt bei so vielen dann tatsächlich ins Persönliche, bis hinein ins Seelsorgerliche.
00:26:50: Da kommen die existenziellen Fragen.
00:26:52: Das war sehr auffällig in den Gesprächsverläufe.
00:26:55: Was ich noch bevor wir zur KI des Papstes komme, ich habe mich gefragt, bräuchte man eine Bezeichnung für dieses Zwischending.
00:27:13: Es ist eine Maschine, es ist aber irgendwie hat's auch so quasi personale Züge.
00:27:19: Ich wurde erinnert an die Bewegung des New Materialism der neue Materialismus.
00:27:24: Der sagt das ist nicht einfach nur Materie Substanz.
00:27:29: Das sind nicht einfach technische Systeme Sondern da ist mehr.
00:27:34: Die haben irgendwie eine geheimnisvolle Eigendynamik, die fangen an und sind aktiv uns gegenüber.
00:27:41: Und sie sagen es sind nicht Akteure sondern es sind ich glaube die nennen das Aktanten.
00:27:46: Das sind jetzt ein sehr künstlicher Begriff.
00:27:48: aber man merkt die wollen in dieser wo Sie merken da gibt's mehr festzustellen.
00:27:53: suchen Sie einen Begriff der dieses dazwischen bezeichnet.
00:27:57: Gibt es bei euch?
00:27:59: seid ihr an so einem Begriff schon dran?
00:28:01: Weil es ist ja immer wieder die Diskussion.
00:28:03: Es ist keine Person, aber auch nicht einfach eine Maschine.
00:28:06: Ja was ist das dann?
00:28:07: Finden wir da ein
00:28:08: Begriff
00:28:09: dafür?
00:28:09: Also wir haben jetzt für diese Uni-Studie den Begriff des Companions verwendet und einfach als ... Wir wollten nicht sagen KI als Seelsorger weil dann hast du gleich irgendwie ... Wollt wer uns zu eng gewesen... Aber der Companion ist vielleicht gar nicht so schlecht weil du auch sagen kannst naja Das ist ein Begleiter Der kann materiale Gestalt haben, der hat natürlich irgendwie auch digitale Gestalt.
00:28:33: Aber mir ist diese aktannen Debatte natürlich durchaus bewusst.
00:28:36: es geht wirklich nochmal um die Frage.
00:28:40: Man kann auch von heute wird der Agency Begriff da auch ganz stark verwendet also im Sinne von Da hat man zumindest ein Gegenüber das eben diese Resonanzen erzeugt.
00:28:51: Ich glaube, da muss man noch mal weiter nachdenken wer und wie wir uns dieses Gegenüber vorstellen.
00:28:59: Aber jedenfalls der alte Dualismus zu sagen, da ist nur die Maschine oder da ist der Mensch tatsächlich das greift zu eng und du bestätigst ja aus euren Kommunikationen und es ja faszinierend wie Menschen dann offensichtlich sofort herausgefordert fühlen, wie du sagst existenzielle Fragen zu schnell sind hochfasziniert.
00:29:22: Wir schwenken zu Kai.
00:29:23: Es wird's halt für den Papier,
00:29:24: es ist halt schon
00:29:25: ein Papier.
00:29:25: Weil ich tatsächlich überlege der KI als Papst, gar nicht kann man sich mal denken, wir müssen die entscheiden!
00:29:33: Naja, es gibt ja dieses Magisterium AI also die haben ja sozusagen ihren eigenen Chatbot da in denen sie dann entsprechende Dokumente einspeisen, der nochmal eine andere Referenzquelle ist und Legitimationsquelle.
00:29:46: Sie sagen, da sind die Dokumente und wenn ihr was braucht dann findet ihr dort die ultimativen lehramtlichen Aussagen.
00:29:52: Und
00:29:54: Flugzeuginterviews werden stabiler glaube ich.
00:29:58: So wir gehen rein Papst Leo der vierzehnte.
00:30:02: Ich weiß nicht wie es euch ergangen ist.
00:30:03: Ich fand das erste Jahr überwiegend langweilig.
00:30:07: Ich habe es verstanden.
00:30:07: er will den Laden zusammenhalten aber er hat mich so nach einem Jahr... über beeindruckt.
00:30:14: Mir ging es jetzt mit der Enzyklika ein bisschen so wie mit dem Spiel Frankreich gegen Senegal, das habe ich gestern gesehen, Frankreich sechzig Minuten langweilig schwach alle irgendwie komatisiert und dann drehen sie auf und machen ein paar sehr erstaunlich gute Spielzüge.
00:30:29: So hab' ich die Enzyklica des Papstes erfunden.
00:30:33: Ich hätte nicht erwartet dass Sie So gut ist, sag ich mal aus meiner Perspektive.
00:30:37: Vor allem aber nicht dass sie so einschlägt und das Sie so auf einmal wahrgenommen wird weltweit.
00:30:43: Wie hast du sie wahrgenommen?
00:30:45: Jetzt könnte ich in der Fußballmethod verbleiben.
00:30:47: Ich habe das Spiel nicht gesehen, aber ich kenne natürlich den Sturm der Franzosen und weiß dass die erst mal eine Weile stehen und wenn es darum geht dann sind sie aber weg oder respektive, weil wissen Sie genau wo's Tor steht?
00:30:59: Insofern ist vielleicht gar nicht schlecht dieses Beispiel.
00:31:02: Ich muss eines zu sagen, ich weiss und wusste schon in den letzten Jahren auch durch Kollegen, die da selber beteiligt sind im Vatikan Kommissionen zur Digitalisierung sich regelmäßig getroffen haben.
00:31:16: Also das heißt, dass es mit nicht nur eine Enzyklika des Papstes sondern eine die auf einer ganz langen Expertise schon bei Franziskus beruht der sich wirklich Digitalexpertinnen und Experten ins Haus geholt hat quasi die Sachen drauf geschafft hat.
00:31:32: Also das merkt man auch an vielen Stellen, es ist an keiner Stelle so.
00:31:36: wie ich's gelesen habe gibt es eine sachlich falsche Beschreibung von KI.
00:31:43: Das hat auch mit diesen Kommissionen zu tun und mit den Experten die er sich da geholt hat.
00:31:48: Und ich wusste aus diesen Kreisen, da is was in der Mache.
00:31:51: also insofern hat mich das nicht überrascht.
00:31:53: was mich überrascht hat, ist dass es so programmatisch daherkommt.
00:31:57: Es ist ja nicht nur eine Enzyklika über Digitalisierung, was man irgendwie dachte sondern es ist ja ne programmatische Regierungserklärung in der die Digitalisierung sozusagen irgendwie so das der Rahmen oder das größere Ganze ist und von dort aus werden dann die unterschiedliche Dinge beleuchtet.
00:32:17: Und das hat mich eigentlich überrasacht was da alles so lange jetzt mit auftaucht.
00:32:22: Es ist eben das gesamte Feld der Deutung, in dem Fall der Gegenwart und ... bäbstlichen Interpretationen dessen was nun dran ist.
00:32:34: Wir sind ja ein bisschen late über Partien, nicht viele Erstbesprechungen liegen vor.
00:32:38: wir müssen jetzt also nicht die Enzyklika nochmal durcherzählen das kann sich jeder selbst zusammengugeln.
00:32:45: Die wichtigsten Motive und ich glaube da ist der Titel einfach eine gute Hilfe Magnifika Humanitas, großartige wunderbare Menschheit, Menschlichkeit.
00:32:57: Was wird damit für ein Ton gesetzt oder was wird damit
00:33:07: Denkt man erstmal bombastischer Titel.
00:33:10: Für mich ist er eigentlich erst verständlich geworden, nach der Mehrfacher-Auchlektüre der Schrift nämlich durch das Gegenüber der verwundeten Menschheit.
00:33:18: und dass hat die öffentliche Berichterstattung ohnehin.
00:33:22: wenn sie überhaupt irgendwelche theologischen Elemente aus den Enzykler erwähnt hat, hat sich das eigentlich übersehen.
00:33:27: aus meiner Sicht.
00:33:29: ich finde viel stärker oder auch noch eindrücklicher als dieses Großartige der Menschheit, das natürlich bei ihm schöpfungsteologisch angelegt ist, trinitarisch angelegt wird.
00:33:38: Dass er eigentlich überall sagt wo diese großartige Menschheit Gefahr läuft eben nicht mehr großartig zu sein und dann ist immer der Spiegel die verwund nicht nur die Verwundbarkeit des Menschen, sondern auch die Verwendetheit des Menschen.
00:33:54: Also es ist beides.
00:33:54: Es ist sozusagen auch wieder eine anthropologische Figur der Menschess vulnerabel würde man heute sagen.
00:34:00: aber er wird auch praktisch überall verletzt durch die Praktiken.
00:34:05: und da finde ich dann sehr konsistenz zu sagen jetzt gucken wir mal wo bestimmte digitale Absichten und Verheißungen, genau dieses großartige Verhindern.
00:34:14: Und die Verletzung des Menschen in den Vordergrund.
00:34:18: Ich hätte es noch spannender gefunden, er hätte die Ver letztlichkeit verletzbar mit in den Titel aufgenommen.
00:34:25: Also der Titel ist sicher eine schwierige Herausforderung gewesen.
00:34:30: Würde des Menschen Dignitas spielt ja ne ganz große Rolle, so und dann wie du beschreibst die Würde das Menschen bemisst sich am Umgang mit den Schwachen, mit dem Verletzten, mit den Verwundeten.
00:34:42: Franziskus Vatikanum II Befreiungsdiologie wird sehr stark rezipiert.
00:34:47: So und dann bekommt es aber nicht eine was heißt ich paternalistische um das Leiden um das unrecht kreisende sondern es wird gleichzeitig auch die Stärke des Menschen, der menschlichen Gemeinschaft sich zu entwickeln.
00:35:02: Auf Krisen zu antworten stark gemacht.
00:35:05: und dass sowohl der menschengemeinschaft als auch der kirchlichen die beide lernen durch krisen auch durch scheitern hindurch neue und bessere Antworten zu geben das fand ich Theologisch wirklich stark.
00:35:19: Ich
00:35:21: würde das bestätigen und nochmal an einer Stelle zuspitzen, was ich eben interessant finde ist dass die entsprechenden Stellungnahmen von Franziskus, sagen wir mal eher so eine Defizitorientierung vielleicht hatten kann man so sagen auch durch sehr klare und scharfe Analysen von Ungerechtigkeiten in allen möglichen Bezügen.
00:35:39: Und bei Leo habe ich den Eindruck es Potenzial orientierte Analyse.
00:35:45: Und das gefällt mir auch, weil es quasi ganz viele Anhaltspunkte gibt und er nimmt uns ja auch bitteschön.
00:35:50: Er nimmt uns in die Pflicht mit Nehemiah der da so lange nach Jerusalem kommt dass der Einstieg nicht Humbau zu Babel sondern wir bauen die Stadt neu.
00:36:00: und ich habe noch mal bei Nehmiah angeguckt Es gibt ein Kapitel drei Das ist der Gesamtzusammenhang Das ist ein Verzeichnis all der Bauarbeiten und Bauarbeiter, die an diesem neuen Jerusalem mitgewirkt haben.
00:36:15: Eine ehrenlange Liste mit Namen und wer war für welche Ecke zuständig?
00:36:20: Und dann habe ich das Bild bei Leo erst mal verstanden.
00:36:23: Da sagt er ja auch wir sind alle Bauarbeiter.
00:36:26: Es geht es darum, dieses Verzeichnis heute neu zu füllen.
00:36:29: Wer macht was?
00:36:30: Und dann kommen die Technologen und dann kommt die Theologen.
00:36:33: Dann kommen die Medienleute und wer alles aufgerufen wird – natürlich die Gläubigen!
00:36:38: Das finde ich so ein schönes Bild.
00:36:39: zu sagen wir bauen die Stadt jeder dort wo er kann und das ist potenzial orientiert und nicht defizitorientiert.
00:36:47: Wir haben heute Morgen noch kurz drüber gesprochen, weil dort wird für mich Hoffnung spürbar.
00:36:53: Wenn er sagt die haben damals bestimmte Familien, bestimmte Bauarbeiter, bestimmten Mauerabschnitt zugeteilt und wenn er das jetzt in die Gegenwart zieht dann bedeutet das für mich eben hagenau nicht wir hier die kirche Und da hinten sozusagen gegenüber uns etwas über das wir jetzt reden, dass wir beurteilen und wo wir sagen wie es eigentlich zu laufen hat.
00:37:17: Sondern hier ordnet sich ja jemand ein auch als römisch-katholische Kirche und sagt Auch wir bearbeiten, bebauen einen Mauerabschnitt aber zusammen mit den anderen.
00:37:29: Das fand ich so interessant, dass er sagt Es geht Wir sind dort auch Teil eines größeren Projektes, wo es um Menschlichkeit um wohl ergehen.
00:37:41: um die Würde und so weiter geht.
00:37:43: Und ich dachte, hier hat jemand Hoffnung.
00:37:48: Das klingt nicht so nach dem Motto wir müssen jetzt alle erstmal Christen werden, müssen uns alle mal irgendwie dasselbe glauben am liebsten noch unter dem Dach irgendeiner Kirche und dann können wir mal über Hoffnung reden.
00:38:00: sondern hier krämpelt einer die Arme hoch und sagt Wir sind dabei!
00:38:03: Wir sind Ansprechpartner, Diskussionspartner.
00:38:05: Wir sind auch Lernende.
00:38:07: er bittet ja auch um Verzeihung.
00:38:09: also Die Verletzten sind ja auch verletzt durch die eigenen Kirchen.
00:38:15: Das fand ich sehr aufschlussreich.
00:38:17: Ja, das sehe ich tatsächlich auch so.
00:38:19: also es ist welche Rolle eher dann der katholischen Kirche in diesem Bauwerk zumisst?
00:38:26: Da kann man mit unterschiedlicher Einschätzung sein, also ob sie da nicht am Ende irgendwie doch nochmal so den architektonischen Tarif durchgeben.
00:38:33: Egal, da kann man länger drüber nachdenken aber tatsächlich der Enti-Botschaft ist es braucht viele die an diesem Baumwerk mit aber auch unterschiedliche Expertise.
00:38:44: Ich fand es sehr eindrücklich, dass er bei dieser Pressekonferenz zur Vorstellung der Enzykliker saß ja eben auch nicht alleine.
00:38:51: Sondern da kam erst mal der Sekretär und dann hatte er eine Kollegin aus Großbritannien, die so für die dogmatische Theologie da war.
00:38:59: Dann hat er diesen Anthropics-Chef also dann kommt der Technologiemensch mit aufs Podium und dann hat er diese Postcolonialtheologin aus den USA ganz klar sozusagen auch nochmal ein Statement.
00:39:11: Und allein schon durch so einen Aufmarsch kann man sagen, signalisiert er.
00:39:16: Hey ich bin da!
00:39:16: Ich kann das nicht alleine machen.
00:39:18: Und diese Haltung ist in der Schrift wirklich eindrücklich, dass er sich als Teamplayer darstellt.
00:39:26: Auch bewusst deutlich macht viele Vorarbeiten ja auch innerhalb der Gehege.
00:39:29: das Dekasterium hat ja schon eine Studie zu KI im letzten Jahren ein loweit Artikwader da findet man vieles und kann auf vieles aufbauen und signalisiert auch Das gehört sich für gute Theologie.
00:39:41: so wir müssen hörende sein Wir müssen im Dialog stehen wir müssen auch wahrnehmen wo die Gefährdung sind.
00:39:48: Also ich glaube wir könnten vieles an der Schrift loben, aber das haben viele schon gemacht.
00:39:53: Ich glaube die grundsätzliche Anerkennung können wir an dieser Stelle erst mal aussprechen!
00:39:58: Wir haben vorhin schon oder du hast es reingebracht, diese Unterscheidung Babylon und Jerusalem.
00:40:03: Wer wollen wir sein?
00:40:05: Das sind ja erst mal starke Bilder die auch aufgeladen sind bis hin zur Offenbarung des Johannes-Babylon, die Menschheit ihren Weg verfehlt durch Streben nach Macht, nach Reichtum, nach Grandiosität und das neue Jerusalem, die Gemeinschaft mit Gott und die Gemeinenschaft miteinander.
00:40:23: Wie ist es dir damit ergangen?
00:40:26: Wie klärend und hilfreich fandest du das?
00:40:28: oder hattest du da vielleicht auch Fragen, Herausforderungen mit?
00:40:31: Also ich fand erst mal dieses Bild eben eindrücklich mit dem Tomau.
00:40:35: Und dann eben mit dem Gegenbild Nehemiya.
00:40:38: Ich fand nochmal – und das ist glaube ich noch gar nicht richtig rezipiert worden – den Schluss so spannend.
00:40:43: er ruft Marias Magnifikat auf!
00:40:46: im Schlussteil.
00:40:47: Jetzt bin ich als Protestant da immer so ein bisschen, gucke ich dazu natürlich durch eine gewisse herminäutische Brille.
00:40:52: aber wenn man sich klar macht was er da aufgerufen hat also sozusagen eine Umkehrung der Verhältnisse auch das ist ja auch Sprengstoff in gewissen Sinne und das fand ich eindrücklich auch als ein Bild zu sagen bei ihm ja ganz eng zusammengedachte Form von Spiritualität von sacramentaler Gemeinschaft ziemlich wichtiger Punkt.
00:41:12: und dann hat er sozusagen dieses Magnifikat Auslegeordnung dafür, in welchem Geist wir nicht nur selber unterwegs sein müssen sondern wovon wir auch getragen sind.
00:41:23: Das ist sozusagen die Botschaft und das hat mir gut gefallen weil es ich weiß noch nicht genau wie's im gelungen ist aber ich finde es eben auch in der Form der Versprachlichung vergleichsweise niederschwellig.
00:41:36: also man kommt irgendwie gut mit und man findet sich da rein.
00:41:40: Also auch eine hohe Kunst, würde ich sagen der päpstlichen Grammatik.
00:41:45: Der Beschreibung der gegenwärtigen Verhältnisse und bei allem getragen von zumindest in meiner Lektüre von so einer großen Empathie, Warmerzigkeit, Barmherzigkeit.
00:41:59: also man hat irgendwie den Eindruck erleidet mit.
00:42:03: aber eben das ist der Unterschied zu Franziskus.
00:42:06: nicht nur der Mitleidende fand ich bei Franziskuss immer sehr stark mit den Opfern, sondern sagen so und jetzt wo geht es jetzt durch?
00:42:13: Was und wo kann ich, wo können wir uns einbringen.
00:42:17: Und in dieser so eine Autorität die ich ganz stark eben über diese Empathie da bei ihm sehe und weniger über natürlich Lehramt und so spielt alles ne Rolle ist im Hintergrund aber er hat ja für mich eine sehr menschliche Seite der Theologie auch gezeigt sagst mal so Ja,
00:42:39: ich finde bei dem Bild das hat ja eine Auslegungstradition.
00:42:42: Babylon Jerusalem auch ein bisschen schwieriger weil es gibt doch erhebliche Strömungen in der Kirchengeschichte da ist Babylon die Welt und Jerusalem ist die Kirche
00:42:55: oder
00:42:55: genau Glauben Und das macht er ja nicht.
00:42:58: Also der Impuls ist ja, lasst uns alle Jerusalben sein!
00:43:02: Lasst uns nicht diese grandiose Imperialemenscheid werden, lass uns die kooperative soziale solidarische Menschheit sein... Das fand ich faszinierend.
00:43:13: Klappt das mit dem Bild?
00:43:18: als ein Anspruch schon.
00:43:21: Also ich finde es ohnehin, dass sich jemand sagen da theologisch traut die Dinge nochmal so diese Komplexitäten noch mal so neu zu strukturieren war vor deinem Begriff.
00:43:33: das finde ich eindrücklich und das leuchtet mir auch ein.
00:43:37: also ich glaube die schrift ist es wert fast meditativ gelesen zu werden durch jeden einzelnen der sich da adressiert fühlt.
00:43:47: Ich glaube ja, das sind tragende Bilder.
00:43:50: Oder orientierende Bilder und sie sind halt nicht der Modus der Denkschrift dass man ja so von der EKD kennt.
00:43:58: Man kann es irgendwie so oder auch ein bisschen so beleuchten und er ist dann wiederum sehr klar in dem wo er die sagt.
00:44:06: ja auch es gibt bestimmte Grundlagen die sind dann unveränderlich.
00:44:09: Er spricht dann ja auch von Wahrheit an vielen Stellen immer denkt so was meinst du für eine Wahrheit?
00:44:15: Und dann ist aber, es ist immer die Relationalität zwischen Gott und dem Menschen als geschaffene Wesen.
00:44:21: Und dementsprechend die Würde des Menschen das ist an die Wahl, dass ist die Basis von der rückt man nicht ab.
00:44:26: Das darf man doch mal theologisch so durchbuchstabieren und sagen.
00:44:31: Wenn ich mich richtig entsinne diese würde des Menschen auch im Sinne, begabt ist und das Potenzial hat, sich um die Kultur weiterzuentwickeln einen Turm zu bauen.
00:44:43: Das an sich findet er ja gut.
00:44:45: Er findet nur nicht gut dass man das in der Hybris macht und meint man könnte sich an die Stelle Gottes setzen und damit gegenüber anderen erheben.
00:44:54: also der Turmbau zu Babel da hatte auch eine differenzierte Sicht vorurteilt einfach nur im Bausch und Bogen.
00:45:00: Und das finde ich eben wichtig und das bringt mich eigentlich dazu hätte ihr Lust dass wir so ein bisschen Ja was ist jetzt mit KI?
00:45:05: und Unmenschlichkeit.
00:45:08: Weil ich werde in diesen Tagen oft erinnert an den Satz, den eine Zeitgeist-Expertin mir vor vielen Jahren mal mitgegeben hat als also wirklich im Jahr zwei tausend achtzehn.
00:45:18: da hat sie gesagt Andreas Ich glaube dass es gibt einige Herausforderungen und das wird sicherlich auch manches schiefgehen wo wir sagen KI Das ist ne Bedrohung für die Menschheit.
00:45:29: aber mein Eindruck ist Wir werden im Versuch Menschen ähnliche Maschinen zu programmieren und zu gestalten, wieder tiefer entdecken was es für uns heißt menschlich zu sein.
00:45:42: Und das bedeutet die Wahrnehmung der unmenschlichen Möglichkeiten und Gefahren geht immer einher mit der Wahrneemungen dass wir sagen, dann lass uns doch überlegen.
00:45:57: Was ist denn das wahrhaft menschliche?
00:45:59: Was ist die Schönheit und die Würde des Menschlichen?
00:46:04: Wir haben ein Zitat von dir rausgeschrieben Thomas du hast mal geschrieben stellt sich angesichts dieser künstlichen Gegenübers nicht nur die und nicht einmal entscheiden die Frage ob in Zukunft Fahrerinnen und Priester durch Roboter ersetzt werden sondern Theologische sprachen.
00:46:20: erstens was den Menschen überhaupt in seiner anthropologisch-selischen Grundverfastheit und seinen religiösen Ausdrucksmöglichkeiten noch von Maschinen, deren bewusstseinsähnlichen Grundausstattung unterscheiden wird.
00:46:37: Und zweitens was eine bestimmte göttliche Offenbarungsqualität eigentlich von technisch generierten Verkündigungen und Verheißungsinhalten unterscheidet.
00:46:48: Das finde ich interessant wenn wir diese Spur einmal einmal nachverfolgen
00:46:54: können.
00:46:55: Ja, also tatsächlich die Ausgangsfrage oder deine Beobachtung finde ich ja auch tatsächlich sehr richtig.
00:47:01: Hoffentlich möglich.
00:47:03: Kommt durch die technologischen Entwicklungen und auch Disruptionen, kommt nochmal neu auf den Tisch.
00:47:09: Erstens mal wie verstehen wir uns?
00:47:10: Und wo war ich hin mit all den Dingen?
00:47:13: Ob dann ob wir in dem Raum und die Zeit dafür haben werden, uns darüber Gedanken zu machen und gegebenenfalls gegenzusteuern ist noch einmal die nächste Frage.
00:47:24: das ist ja sagen dann die technopolitische Frage.
00:47:27: Aber tatsächlich, weil der Begriff der Unterscheidung jetzt hier mehrfach auftaucht.
00:47:30: Ich finde das die Herausforderung zu sagen was unterscheidet uns sozusagen als Menschen oder eben auch im Blick auf die Offenbarung?
00:47:37: Was unterscheitet eine Offenbaungsqualität von dem, was uns irgendwo angeboten wird durch den LLM?
00:47:45: und da finde ich immer noch mal den Papst zurückgekommen.
00:47:46: Da find' ich schon interessant dass er sagt naja lasst es uns doch an dem Begriff weil sonst bleibt es zu abstrakt, dann kann man sagen ja wie ist das mit der Intelligenz und mit den Bewusstsein und all die Debatten?
00:47:58: und sagt ihr habt jetzt die LLM haben die haben sie jetzt intelligent sind die jetzt bewusst?
00:48:02: oder so drehen wir uns um und sagen wo wird die Würde des Menschen in ganz konkreten Praktiken oder Angeboten?
00:48:09: Wo wird sie bedroht, wo wird sie manipuliert.
00:48:11: Wo wird sich verletzt?
00:48:13: nochmal jetzt was den Papst angeht und und wo wird uns auch eine bestimmte Botschaft im Sinne einer Ideologie oder Propaganda suggeriert, von der wir sagen werden, das so habe ich mir aber offenbar irgendwie nicht vorgestellt.
00:48:25: Also insofern bleibt es immer bei dieser Unterscheidungsaufgabe und das ist im Einzelfall glaube ich sehr, sehr difficile, muss genauer hingucken, aber wenn wir das Kriterium haben wird der Mensch jetzt hier ausgebeutet verletzt, indoktriniert?
00:48:40: oder ist es eine hilfreiche KI?
00:48:43: Hier euer Beispiel mit diesen Chatbots.
00:48:46: Da wäre ja auch spannend nochmal zu gucken wo hilft es den Menschen sich selber über sich klar zu werden?
00:48:52: und wo ist aber auch so sagen, es notwendig nochmal jetzt ins Gespräch einzutreten.
00:48:56: Moment mal willst du der also im Sinne einer Offenbarungsinstanz vertrauen oder wie gehst du damit um?
00:49:02: Also diese Unterscheidungskunst zu pflegen das halte ich für ganz wesentlich.
00:49:09: Zum Glück gibt es eine Reihe von Medialen und auch aus der Tech-Industrie, das heißt aber jetzt auch schon Sensibilisierungen dafür.
00:49:17: Im Moment so kann es irgendwie nicht weitergehen.
00:49:18: wir müssen jetzt aufpassen.
00:49:20: Und das ist aber... Es erfordert wie ich spreche heute immer so von Literacy.
00:49:25: also es braucht dann sozusagen die bestimmte Fähigkeit die Dinge zu identifizieren.
00:49:28: auch was passiert da gerade?
00:49:30: Aber da muss es hingehen, da muss sie hingehen!
00:49:35: Was man ja sagen kann über die Schrift, der Papst ist überhaupt nicht kulturpessimistisch.
00:49:40: Er kann aber sehr genau identifizieren.
00:49:42: das sind gefährliche Entwicklungen und das sind auch hoffnungsvolle.
00:49:46: Jetzt ist Zeit für die gefährlichen Entwicklungen Und was auffällig ist er bringt das Thema Krieg Militär Aufrüstung sehr stark mit rein.
00:49:56: Das ist fast so eine Art drittes Thema des Ganzen sicher auch angesichts jetzt des Krieges gegen den Iran wo man ja hört, dass nie zuvor Formen künstlicher Intelligenz wohl mitbeteiligt gewesen sein sollen bei der Identifikation von Zielen bis hin zur Durchführung von militärischen Aktion.
00:50:16: Also ein sehr, sehr aktuelles Thema.
00:50:19: Was sind seine Impulse dazu?
00:50:21: Wirst du das wahrgenommen?
00:50:23: Ja also ich war erst mal wirklich auch positiv überrascht und damit habe ich eben auch nicht gerechnet, dass es sowieso eine kleine Friedensdenkschrift gibt.
00:50:30: Die ist auch sehr klar, wie du sagst in der Benennung der Probleme.
00:50:34: Und dann sind es ja eigentlich zwei Argumentationsfiguren.
00:50:37: Das eine ist so ein Blick auf die gegenwärtige militärpolitische Situation oder auch dieses... Permanente aufrüsten, der andere ist immer nur noch der Gegner und so all dieses.
00:50:46: Und das finde ich schon eine sehr klare Analyse.
00:50:49: Dann wird sozusagen durch die Möglichkeiten von KI sozusagen nochmal zugespitzt.
00:50:54: Also das heißt, so habe ich es gelesen eigentlich ist es ne grundsätzliche Kritik daran dass erstens das überhaupt und dann in welcher Weise Kriege geführt werden?
00:51:04: Die KI beschleunigt sozusagen nochmal die Problematik an der Stelle.
00:51:07: also Eine Friedensdenkschrift unter den digitalen Bedingungen, die von denen er ja sehr deutlich macht.
00:51:15: Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ein unmenschliches... Also diese Kriege sind unmenschlich in mehrfacher Hinsicht also ganz wortwörtlich wenn dann die Drohnen sozusagen entscheiden oder Menschen sitzen irgendwo drücken auf dem Knopf sehen kein Gegenüber mehr das dann im Zweifelsfall vernichtet wird und so weiter.
00:51:34: Das fand ich sehr raffiniert, diese Friedens- und Kriegsthematik zu verbinden mit dieser digitalen Aufrüstung.
00:51:44: Er nennt ja einige Kriterien.
00:51:47: er sagt wo Accountability wegfällt wo nicht mehr Menschen die man zur Verantwortung ziehen kann überleben und tot entscheiden sondern das wird ausgelagert.
00:51:57: dass erleichterte es im Grunde Kriege wieder als normales Mittel der Politik zu sehen.
00:52:03: Und auch da kann man sozusagen wieder anthropologisch durchbuchstabieren.
00:52:08: Das Argument ist... Wenn ich kein menschliches Gegenüber mehr sehe, das ist ja auch so seine Figur Krieg und auch Konflikte entstehen dann wenn ich den anderen nur noch als Teil einer Masse sehe.
00:52:22: Und genau diese Würde des Einzelnen aus dem Blick verlieren!
00:52:25: Und die KI allein durch die Technik hat ja auch keinen zeigt dem Kämpfenden kein Menschliches Gegen über mehr sondern du wirfst es irgendwo ab, da ist ein Bild schon vor dir Und da finde ich die Figur auch spannend zu sagen, so kann es irgendwie nicht sein.
00:52:40: Dass wir Kriege anonym führen aber mit natürlich fatalen Konsequenzen für die Individuen und die sterben einfach so.
00:52:49: Das
00:52:50: fand ich einen der für mich aufregendsten Punkte im Absatz neunundneinzig.
00:53:00: Nummer
00:53:00: glaube ich sagen die immer.
00:53:02: Nummer neunneinzehn.
00:53:03: Da schreibt er... So, der fass er für mich sehr prägnant den Unterschied zusammen zwischen KI und dem was eher so als Teil des Menschseins, als unveräußerlicher Teil des Menschen seines sieht.
00:53:17: Und da schreibt er dass die KI sie hat kein moralisches Gewissen Sie unterscheidet nicht zwischendurch und böse.
00:53:27: Sie erkennt nicht in eigentlichen Sinn von Situation und jetzt das fand ich Der Konsequenzen nicht auf sich.
00:53:37: Das finde ich jetzt ein Musterbeispiel, eine im Krieg eingesetzte KI nimmt die Last der Konsequenten nicht aufsich weil das wird zwar losgelöst von dem, der das da verursacht aber selbst der, der den Knopf drückt und natürlich weiß, da wird jetzt menschliches Leben vernichtet.
00:53:59: Aber die Konsequenz wird wie von uns Ferngeladen, von den entsprechenden Leuten.
00:54:05: Das fand ich so stark und was mich einfach auch noch mal am den Punkt bringt seine Machtkritik.
00:54:13: also das finde ich vielleicht auch noch ein interessanten Punkt dass zu anzugehen weil es hat etwas mit der Frage nach der Regulierung zu tun.
00:54:22: absolut
00:54:23: haben wir hier nicht eine in der KI eine Anballung von Macht, ideologische Macht, politische Macht ökonomische Finanzmacht und die mittlerweile so stark ist dass er hält ganz stark dagegen und sagt das ist eigentlich einer der gefährlichsten Aspekte von KI.
00:54:48: Da müssen wir aber das verpönte Stichwort der Regulierung Ich
00:54:57: glaube, für ihn ist da entscheidend so der Begriff Transparenz und Kontrolle.
00:55:01: Es sind eigentlich beides.
00:55:02: Also eigentlich müssen diese ganzen Entscheidungen aber auch dann die Aktivitäten müssen transparent was Accountability also sie müssen irgendwie auch zurechnungsfähig sein muss wissen wer hat das programmiert mit welchen Zielsetzung oder so und Sie müssen kontrollierbar sein.
00:55:17: und beides ist nicht der Fall momentan.
00:55:19: also das heißt diese Unternehmen sind sozusagen und die Militärführung ist auch selbst wirksam.
00:55:27: Das ist ein Problem, das steht für die Wahrnehmung der Gefahr.
00:55:35: Überall dort wo sie sich unsere Transparenz unserer Kontrolle und der Mitwirkungen entzieht haben wir ein Problem.
00:55:44: also wir haben ja vorher schon gesagt es geht um auch wie so ein Empowerment, es geht darum Menschen zu beteiligen.
00:55:50: Sie in ihren Potenzialen sagen mit reinzunehmen in diese Entwicklung.
00:55:54: und wenn du dann einen Teil der Branche hast, der sagt brauchen wir nicht wollen wir nicht, wir machen uns alles selber Wir sagen aber nicht wie und warum?
00:56:00: Dann ist genau diese Transparenz nicht mehr da.
00:56:03: Und eben dann kommt die Regularien all das was er sozusagen sich auch von den Tech-Unternehmen selbst wünscht nämlich stärker darüber nachzudenken wo tragen sie positiv bei, wo sind sie problematisch?
00:56:15: Genau, das ist die Richtung.
00:56:17: Ich hätte mir noch was gewünscht in dieser Schrift aber für mich wäre toll gewesen er hätte gesagt okay wir finanzieren als Vatikan an sechs Universitäten weltweit Lehrstühle für Technologie und Theologie die sich genau damit beschäftigen.
00:56:33: also mir ist es am Ende zu wenig konkret.
00:56:35: Es sind eben die Regularien und dann ein bisschen Goodwill und wir müssen da in Dialog treten und das alles.
00:56:41: Aber die hätten auch sagen können Ne, wir machen da meinen Knopf ran.
00:56:44: Wir investieren und wir führen zusammen öffentlich für Forschung und Entwicklung und Lehre – ich weiß nicht was!
00:56:53: Und dafür schaffen wir diese Lehre.
00:56:56: So etwas hätte ich noch.
00:56:57: Wie toll gefunden, leider nicht stattgefunden.
00:57:00: Könnte ja noch weiter denken und fragen bräuchte man nicht auch also wenn KI Teil von Jerusalem sein kann?
00:57:07: Bräuchten wir nicht eine weltweite Infrastruktur die nicht unter der Kontrolle eines Landes steht?
00:57:14: bei ihm sind es auf diese großen Unternehmen die sehr mächtig sind.
00:57:17: er ist da sehr zurückhaltend.
00:57:19: aber wir wissen doch auch dass diese Unternehmen sehr klare Grenzen und Vorgaben vom amerikanischen Staat bekommen bis dahin, dass die Premiumprodukte eben für den USA sind und andere Nationen nicht.
00:57:33: Und das ist in vielen Bereichen der Wirtschaft so.
00:57:35: Das spricht ja nicht so deziliert an muss ich sagen.
00:57:39: aber ist es nicht auch ein Thema was wir uns als Europäer auch fragen müssen wo sind wir?
00:57:44: Sind wir nicht längst in einer sehr starken Abhängigkeit vom US-Markt und seinen großen Firmen?
00:57:50: Ja also das ist ja auch die landläufige Debatte darüber und da wird man sehen differenziert oder diversifiziert, dass wenn du mal irgendwo ein Monopol hast.
00:58:03: Jetzt könnten wir natürlich noch einmal über das Deutungsmonopol des Papstes sprechen.
00:58:07: aber wenn du irgendwo ein monopol hast und du siehst oh da kommen andere anbieter auf den markt was tust du?
00:58:13: Du versuchst dein monopol zu halten weil du weißt es gibt entweder nur das monopol oder es gibt den freien markt und dann bist du sozusagen weg im zweifelsfall Und das ist im Moment der Kampf, also wer entscheidet?
00:58:26: oder wo können Monopole aufrechterhalten bleiben und wo wird es sozusagen ausdifferenziert?
00:58:31: Dann ist es freies Spiel der Kräfte.
00:58:34: Darum geht's gerade!
00:58:36: Da sind vielleicht die Technologieunternehmen und der Papst gar nicht so weit auseinander weil auch seine Enzykliker ist natürlich der Versuch einer Monopol Jetzt mal ein bisschen kritisch von außen anguckt, der einer Monopolhaltung oder sozusagen Aufrechterhaltung dieser Deutungsmacht.
00:58:54: Deshalb könnte man ja sagen keine religiöse Institutionen weltweit hat sich so früh und so intensiv mit der Entwicklung der Digitalisierung beschäftigt wie der Vatikan natürlich aus dem Interesse heraus irgendwie zu sehen können wir religiös neu kommunizieren unter den Bedingungen aber auch natürlich.
00:59:13: also Wo sind wir gegebenenfalls auch gefährdet, wenn wir dazu viele andere Stimmen haben?
00:59:20: Ich habe ein weiteres Zitat von dir, mit dem ich dich gerne konfrontieren würde.
00:59:25: Du schreibst nämlich an einer Stelle also Kirche und Theologie.
00:59:28: wir begleiten das.
00:59:29: Wir beobachten dass wir das so und es ist nicht ihre Aufgabe hier ultimative Zeitansage zu betreiben.
00:59:38: und schon gar nicht sollte die Kirche als normativ agierende Ethikagentur auftreten.
00:59:43: Ihre Hauptaufgabe liegt vielmehr in der Ermächtigung ihrer Glieder zur ethischen Reflexion über die Chancen gefahren digitaler Kultur und entsprechend eigener Handlungsvollzug.
00:59:53: Oh mein Gott, was für Zitate!
00:59:55: Ja das hast du geschrieben?
00:59:56: Also ich weiß nicht ob man so mal zusammenfassend muss.
00:59:58: Keine
00:59:59: Ethik.
00:59:59: als Ersterstour macht der Papst nicht alles falsch gemessen daran.
01:00:03: Ich habe natürlich da ein bisschen an Hans Joas angeknüpft seinerzeit von der Kirche als Moralagentur mit großen Fragezeichen gesprochen hat und so.
01:00:15: Jein also der Pap... Jetzt in der Enzyklika erhebt den Zeigefinger, aber nur bis zur Hälfte oder so.
01:00:25: Also es ist nicht der alte moralische Zeigefinder und deshalb würde ich sagen diese Form von Ethik-Agentur im Sinne einer Orientierung die lasse ich mir gefallen da höre ich gerne zu.
01:00:36: Ich habe nicht denn also das ist jetzt nicht Benedikt der sechzehnte Der einem dann irgendwie erst mal wieder sagt wo eigentlich die Dinge wie in Wahrheit zu sagen sind.
01:00:48: Insofern finde ich es legitim, wenn er sich hinstellt und sagt das ist ihm ein echtes Anliegen.
01:00:55: Stichwort Empathie.
01:00:58: Mit dem halben Zeigefinger kann ich leben!
01:01:01: Nein, und das schreibst du ja auch.
01:01:03: Kehe darf sich nicht komplett nur bescheiden verabschieden von allem sondern soll aus biblisch-theologischen Quellen hier unter Punkte bringen sonst machen es andere.
01:01:16: Das wäre für mich die Aufgabe.
01:01:17: Theologie als profilierte Unterscheidungskunst Also dass man zum Unterscheidenkönnen beiträgt, das profiliert tut.
01:01:25: Aber immer noch sagen die Möglichkeiten eröffnet, dass jemand auch für sich anders unterscheidet.
01:01:29: aber... ...aber das schließt ja nicht aus, dass ich das sehr profilieren tue und sage pass auf hier sind die Angebote, hier sind Figuren Hier sind die biblischen Referenzen.
01:01:37: Lass uns das näher anschauen Und dann gucken wir mal wie weit wir da miteinander kommen.
01:01:42: Aber nicht drauf zu verzichten!
01:01:44: Wir haben ja so eine.
01:01:45: Wolfgang Huber sprach schon vor vielen Jahren von der Selbstsekularisierung in der Kirche Da.
01:01:50: die Tendenzen gab es auch und gibt's vielleicht immer noch, wir sollen da schon ideologisch unterwegs sein.
01:01:58: Also nicht nur ein Thema was der Kirche von außen aufgenötigt wird Weil sie muss sparen, sie muss effizienter werden.
01:02:04: Sie kann mit KI und digitalen Mitteln ihre Arbeitsabläufe besser machen.
01:02:11: Sie musste sich auch nicht einfach nur auf dem Markt behaupten und in der Aufmerksamkeit, Ökonomie und Logik des Internets mitmachen müssen sondern es gibt eine intrinsische Motivation das die Kirchen... Ich habe den Eindruck, das sind nicht schlecht am Ball mit dabei.
01:02:29: Wenn es jetzt um das ganze digitale Leben und auch digitale Religion geht wollen wir abschließen mit der Runde dass wir so fragen ja Ich bin mir nicht ganz sicher.
01:02:41: Wir können ja fragen, was nehmen wir mit?
01:02:43: Das ist ja meist unsere Standardfrage.
01:02:45: aber ich fände es eigentlich noch besser wenn wir den Begriff der Lebensdienlichkeit, den du rausgegriffen hast nochmal aufgreifen.
01:02:52: also da wären zum Beispiel so eine Frage ja Thomas was denkst Du?
01:02:56: wie gewinnen wir einen Umgang mit neuen Möglichkeiten die lebensdienlich sind?
01:03:00: Wie kommen wir?
01:03:01: trotz aller intensiven Krisenwahrnehmung haben wir jetzt auch gemacht ein wenig zu einer trotzigen Zuversicht.
01:03:10: Also trotzig finde ich immer irgendwie schon mal gut, mein Doktorvater hieß Trutzrentor.
01:03:16: das ist ja auch die Tradition des trotzigen-trotzigen und dass hat zu tun mit Aufmerksamkeit auf die Verhältnisse.
01:03:27: es mir immer ein wichtiger Begriff genau hinzugucken was ist gerade los?
01:03:31: Mit der Artikulation auch wiederständiger Art wenn wir's für angemessen halten Auch wenns unbequemis.
01:03:38: Das gilt auch für die Frage hier, wie äußert sich eine EKS?
01:03:42: Wenn sie befürchtet, eine bestimmte Äußerung könnte unbequem sein.
01:03:47: Da wäre mein Kriterium erst mal gut.
01:03:49: Es geht mir griechenpolitische Logiken aber wenn es griechlichen Vertretern unwohl wird.
01:03:54: bei bestimmten politischen Dingen sollten Sie's auch sagen, sollten Sie es auch artikulieren mit der gemeinsamen Stimme Ja, gebt Rechenschaft darüber was eure Hoffnung ist.
01:04:10: Das würde ich schon sagen das ist so eine Essenz dessen war was mich jedenfalls persönlich umtreibt und da lasse ich auch einstweilen nicht los davon und finde dass eben da finde die eben die großartige Menschheit.
01:04:27: Wir sind geschaffen als Menschen mit Potenzialen, mit einer Zusage und mit Gaben.
01:04:36: Und auch die Hoffnung ist eine Gabe, die den Menschen auszeichnet.
01:04:41: Da ist für mich der theologische Content.
01:04:43: Lebensdienlich vielleicht noch ganz kurz ein Begriff, ja?
01:04:47: Den mag ich!
01:04:49: klingt ein bisschen antiquiert, weil er denkt ja dienen und wie?
01:04:52: Und was mein Lohn ist dass ich dienen darf haben die Diakonisten im neunzehnten Jahrhundert gesagt.
01:04:58: Ich meine es eher als auch wieder so einen dialogischen Begriff.
01:05:01: also für mich wird immer auch eine ethische Debatten konstruktiv wenn mit aufgenommen wird wer wessen leben steht hier gerade in welcher Weise eigentlich zur Disposition Das ist noch keine Antwort, also mich im Marsch fürs Leben und alles kennt man ja.
01:05:21: Aber mir fehlt in vielen ethischen Debatten überhaupt mal der Horizont.
01:05:26: Wessen Leben ist gerade in welcher Weise eigentlich gefährdet?
01:05:29: Und deshalb meine ich lebensdienlich nicht... Ich weiß immer schon, was Lebensdienung ist.
01:05:34: Aber ich finde es wichtig, in diesen Debatten zu sagen, lass uns das mal von dort her angucken.
01:05:38: Wessen leben wird gefährdet, welches wird zerstört und welches privilegiert.
01:05:41: Punkt, punkt, punkt!
01:05:43: Ich hoffe dass es einen Beitrag zum Habermarschendiskurs ist ein bisschen substanzieller.
01:05:47: also worum geht's eigentlich an der Stelle?
01:05:51: Das mein ich mit dem Begriff
01:05:54: Umgang mit KI.
01:05:55: Wir wissen ja leider auch, wenn alle Menschen auf der Welt KI so nutzen würden wie wir gerade es in Mitteleuropa tun das wird der Planet nicht gut überstehen.
01:06:06: Ressourcen und so.
01:06:08: was sind denn da unsere Herausforderungen?
01:06:10: dass das wer nicht nur in Miese-Petrigkeit und Kultur Ablehnung fahren aber schon auch sehen Es muss Grenzen geben.
01:06:18: Wie können wir das kommunizieren?
01:06:26: Wir können ja sagen, dass du aufhörst diese Frage nach der Verantwortung und mir hilft immer noch mal zu gucken wo gibt es diese große Makroperspektive von Verantwortung auf politischer Ebene, wie immer gesellschaftlich.
01:06:43: Wo gibt es die mittleren Verantwortung und wo gibt's die Mikroverantwortung?
01:06:46: Die wir selber haben.
01:06:48: Ich glaube einfach für sich gucken, wo kann ich selber Dinge beeinflussen?
01:06:52: Und wo ist das größere Ganze?
01:06:53: Wo mein Verantwortungsanteil vergleichsweise klein ist ohne dass man sich dann entschuldigt, dass man selber nichts tut?
01:07:01: Also, und das ist ja nun tatsächlich die Frage.
01:07:03: Wir produzieren permanent KI-Kommunikationen und Bilder und ein Bild kostet so viel Energie wie ich weiß nie was.
01:07:10: zehn Minuten Smartphone aufladen oder irgendeine gibt es halt die entsprechenden Zahlen.
01:07:14: wir brauchen Atomkraftwerke wahrscheinlich bald wieder mehr für die Bewirtschaftung all dieser Dinge.
01:07:21: Ich bin ehrlich gesagt schon auch ein bisschen zurückhaltig überlegt mir immer relativ genau Was generiere ich?
01:07:26: Brauche ich dass jetzt in der Form?
01:07:28: brauche ich jetzt noch im Bild Brauche ich noch einen Prompt oder genügt es jetzt eigentlich und so?
01:07:34: Also das ist die Frage auf der individuellen Ebene.
01:07:38: Aber die großen Entscheidungen stehen ja an, was ist mit den Serverfirmen, die da alle gekühlt werden müssen... Was ja eingestiegen ist.
01:07:46: heute sind wir in einem kühlen- oder warmen.
01:07:49: Da ist es definitiv sehr heiß in diesen Server Firmen und Energie ohne Ende, die gebraucht wird.
01:07:57: Wir müssen das gut beobachten und sehen, wo da die Reise hingeht.
01:08:00: Im Moment hat man eher den Eindruck, dass die KI-Nutzung weltweit auch zu, wie das energietechnisch gehen wird – I don't know!
01:08:10: Das Gewinne privatisiert werden und Umweltschäden und deren Kosten dann wieder sozialisiert?
01:08:16: Das ist gewollt und offenbar findet so eine Politik weltweit mehrheiten.
01:08:21: Da könnte auch eine Bildungsherausforderungen bestehen, mindestens aufzuklären Was da die Zusammenhänge sind?
01:08:28: Ja, was wir jetzt noch gar nicht besprochen haben.
01:08:30: Was der Papst natürlich auch anmahnt ist... Wer bietet eigentlich ganz wesentliche Teile der Infrastruktur angefangen von den Rohstoffen bis hin über die Leute, die die KIs trainieren.
01:08:44: Das ist ein neuer Kolonialismus, der da entsteht.
01:08:46: das ist also eine heftige mehrklassige Gesellschaft.
01:08:50: amessen
01:08:53: Die Bilder sind ja eindrücklich, wo er sagt eigentlich leben diese Klickarbeiter auf dem Wohlstandsmüll der auf dem Technomüll.
01:09:02: Der produziert wird.
01:09:03: so ungefähr sind die Bilder.
01:09:04: und das auch Du hast ja im Vorfeld auch, oder ihr habt in dem Vorfeld so eine Leitfrage gestellt.
01:09:14: Woher kommt der Erfolg dieser Enzykliker?
01:09:17: Und ich war da ein bisschen kritisch oder dachte so, wenn wir sehen, welchen Erfolg die haben wird.
01:09:21: also es gibt eine mediale Aufmerksamkeit das ist unbestritten.
01:09:25: Wir freuen uns darüber dass wir einen tollen Diskussionsgegenstand haben.
01:09:28: Das schreibt auch ein Erfolg.
01:09:29: Aber wo jetzt der Impact liegen wird einer solchen Schrift und dessen was sozusagen angemahnt wird Beteiligung der Take-Unternehmen Das wird man sehen müssen.
01:09:39: Aber da sind wir wieder bei diesem Kampf um die Monopole gegenwärtig.
01:09:43: und je mehr Aufklärung, je mehr Bildungen hast du gesagt, desto besser.
01:09:48: eben er hat dieses große Bildungskapitel in der Enzyklik was ich fantastisch finde.
01:09:52: Elternbildung Familienbildung.
01:09:54: in diesem Feld schulische Religionsunterricht wird erwähnt.
01:10:00: das darf man die Schweizer gar nicht hören lassen und lesen lassen weil sie den nicht mehr haben jedenfalls nicht in irgendeiner anständigen Form Und so.
01:10:08: Also von daher, vieles wird sich auf der Bildungsebene stellen.
01:10:14: Wir sind leider am Ende.
01:10:16: Ganz kurz können wir noch einen Fazit ziehen.
01:10:18: also ich bin froh dass du freigestellt bist die ganzen Sachen zu beobachten.
01:10:22: das ist gut.
01:10:22: Freigestellen
01:10:24: ist gut!
01:10:25: Zumindest nicht darauf zu spezialisieren und konzentrieren und das ist eine super Institutionalisierung.
01:10:30: Das ist sehr hilfreich.
01:10:32: Ja was nehme ich mit?
01:10:36: Ich nehme mit, dass der Erfolg dieser Enzyklika eigentlich noch ausbleibt.
01:10:42: Und ich sehe aber schon echte Zeichen!
01:10:44: Ich sehe das wir für die Zürcherkirche einen Ref-Bot entwickelt haben – aus ganz bestimmten Gründen, die auch angemahnt werden in der Enzyklica des Papstes Und da sind Leute, die packen das an.
01:10:59: Ich sehe, dass wir ein Forschungszentrum digitaler Religion haben.
01:11:03: Du wünschst dir, dass der Vatikaner auch noch stärker einsteigt und sowas noch woanders?
01:11:10: Ich nehme einfach diese Zeichen der Hoffnung mit, dass we uns ganz langsam auf den Weg machen und dass für die Kirche und Theologie Religionen einen Beitrag leisten können, Wir leben in dieser Welt, das ist gesetzt.
01:11:27: Es ist selbstverständlich und wir schauen, dass wir da lebensdienlich, menschenfreundlich mit einem Umgang damit lernen.
01:11:38: Eben!
01:11:39: Und ich nehme noch mal mit auch die Bilder von sozusagen diesen vielfältigen Kommunikationen, die jetzt dort stattfinden wo Menschen über Religion nachdenken oder Orientierung suchen.
01:11:50: Das sind viele digitale Formate.
01:11:53: Hoffentlich merken die Kirchen, dass sie da auch gefragt sind vielleicht entweder für eigene Digitale oder für analoge Angebote.
01:12:00: also ich bin immer noch in unseren Forschungen am stärksten fasziniert.
01:12:05: wenn wir dann mal in die Empirie gehen und Menschen befragen oder Aussagen von Menschen haben im Feld zur Religion wie viel da unterwegs ist an Zinsuche an Fragen, an eigenen Antworten, umgangsform mit Lebensfragen.
01:12:25: Und das müssen wir auch als Theologie und als Kirchen das davon nicht unterschätzen, müssen wir wahrnehmen wie viel dann stattfindet.
01:12:34: Hey vielen Dank!
01:12:36: Dass du unser Gast warst, mir hat das riesig Spaß gemacht.
01:12:40: Dir auch Thorsten!
01:12:41: Ich hoffe euch auch!
01:12:43: Wir hören noch ein paar kurze Hinweise zum Schluss.
01:12:46: Wenn ihr wollt, chatet mal mit unserem Jesus-Bot.
01:12:51: Ihr findet dazu auf reflab und auch auf fokustheologipunktch alle Anleitungen, wie ihr damit machen könnt.
01:12:56: Und vor allen Dingen interessieren uns was macht ihr für Erfahrung?
01:13:00: Was ist eure Kritik und wo?
01:13:03: seid ihr aber auch erstaunt über das Ding?
01:13:05: Wir werden einige Links setzen in die Show Notes, damit ihr die Podcasts, die Thomas hier auch im Reflex schon gemacht hat dass sie nochmal verlinkt werden mit Johanna Di Blasi übrigens.
01:13:20: das Reflab hat ein ganzes Dosier zum Thema Digitalität und auch digitale Spiritualität.
01:13:29: Und das lohnt sich auf jeden Fall.
01:13:30: mit diesen Hinweisen schließen.
01:13:31: wir bleibt an unserer Seite bis zum nächsten Mal,
01:13:34: bis zum nächstem mal!
01:13:36: Ciao.
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